Presse

Teilnahme 36. Hollfelder Kunstausstellung, Juli 2014
Tanz auf dem Seil und schwebend bunte Quallenwelt – Pegnitz – nordbayern.de

Teilnahme Wa(h)re Kunst, Coburger Kunstverein e.V., BBK Oberfranken, März 2014
Coburger Tageblatt
Coburger Neue Presse

Teilnahme RESPEKT, Stadtgalerie Bamberg – Villa Dessauer, BBK Oberfranken, August 2013
FT Bericht 26.7.13

Teilnahme Kronach leuchtet 2013
Artikel Kronach leuchtet

Auszug aus der Rede von Frau Dr. Barbara Kahle, Kunsthistorikerin

anlässlich der Preisverleihung für die Ausstellung „verzweigt“
BBK Oberfranken, 5. Oktober 2012
…Dem Thema Verzweigung hat sich der Gewinner des  zweiten Platzes auf eine gänzliche andere Weise genähert; es geht um Natur, wo Verzweigungen ja  zwangsläufig eingeschlossen sind. Diesmal ist es eine Gewinnerin: sie arbeitet mit dem Medium der Fotografie und hat in ihrem Garten Naturmotive festgehalten. Allerdings auf einem verblüffenden und sehr hintergründigem Weg. Den Preis für „Mein schönstes Gartenfoto“ hätte man jedenfalls so nicht erringen können. Sie wissen alle, von wem ich spreche, Monika Meinhart, deren Arbeit auf der Eingangswand im Kesselhaus große Aufmerksamkeit findet. Es sind ja nicht einfach nur Fotografien sondern leuchtende Objekte, die in ihrer Anordnung auf den ersten Blick fast wie ein großes Buntglasfenster, oder – wenn Sie so wollen – sakrales Fenster wirkt. Pardiesisch-durchlichtete Bilder erzeugen eine naturnahe, heitere Auflösung der Zeit im Jahr der Landesgartenschau, so befand die Jury des Wettbewerbs.
Schaut man genauer hin, so bekommen diese Blicke auf Pflanzen etwas Rätselhaftes, Brüchiges. Die Bilder tragen bei all ihrer leuchtenden Schönheit den Prozeß des Vergänglichen in sich, transportiert über den Bildträger, auf dem sich die Farben aufzulösen beginnen, der Verfärbungen annimmt. Auseinanderfließende Farben gewinnen sogar etwas von abstrakter Farbmalerei. Die nivellierenden Größenverhältnisse bei den Motiven und dann vor allem die Unschärfen lassen eine konkrete Situations-Beschreibung nicht zu, die Bilder bekommen etwas surreal Traumhaftes, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination verwischen. Erreicht hat Monika Meinhart dieses mit einer verblüffend unspektakulären Technik: indem sie nämlich eine ganz billige Kamera verwendet: die in China als Volkskamera gebaute Holga. Sie hat mittlerweile einen gewissen Kultstatus und kann genau das, was man sonst in der Fotografie eigentlich als Ausschuß beiseite legt: sie verzerrt Linien und Farben, ist nicht über die gesamte Bildebene scharf, kann Helligkeitsabfall zu den Rändern zeigen, hat manchmal Lichteinfälle durch Löcher im Gehäuse usw, usw. Zusätzlich setzt Monika Meinhart die so entstandenen Farb-Nergative noch der Witterung aus. Zufall, Experimentierfreudigkeit, bzw. vom Künstler nicht oder nur begrenzt zu steuernde Prozesse spielen also in der Bildfindung eine große Rolle. Das Material, die hard-ware sozusagen, ist mitbestimmend für die außergewöhnlichen Resultate, die atmosphärisch sehr dicht, stimmungsvoll bei all ihrem Farbrausch doch von Vergänglichkeit und Melancholie geprägt sind.

Ich bracht´ Dir Blumen

Vernissagenrede, Sylvia Peter, Zentrum für botanische Kunst, April 2011
Als wir Monika Meinhart in ihrem Atelier bei Bamberg besuchten, stand ein Strauß schlimm verwelkter Tulpen auf dem Tisch. „In diesem Zustand mag ich sie am liebsten“ sagt sie. Die Formen sind so schön, so tänzerisch. Monika Meinharts Ästhetik lebt von der Vergänglichkeit. Wie sie die Fotografien von Rose, Lilie, Fresie präsentiert, ist geradezu grotesk. Einst feine Fotografien, im Mittelformat aufgenommen, im Labor auf Barytpapier ausbelichtet, unterzieht sie die Materialien dann einem groben Experimentierprozess. Die Fotopapiere werden, noch bevor die Fixierung richtig getrocknet ist, auf verschiedene Weise traktiert. Gefaltet, geknittert, in Schwarztee gekocht, in Blumenerde vergraben und gegossen. Hundert Jahre unsachgemäße Lagerung und Transporte in Überseekisten hätten wohl ein ähnliches Ergebnis hervorgebracht.  Und genau darum geht es: Um Zeit. Zeit verändert, Prozesse hinterlassen Spuren.
Diese geschundenen Blumenbilder lassen in uns sofort starke Assoziationen auftauchen. Allein der Sepiaton beschwört die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts herauf. Die ausgewählten Blumen wurden auch damals schon in Sträußen verwendet. Sogenannte Kulturblumen, aus Blumenkulturen. Für den festlichen Anlass gedacht. Das Fest ist vorbei, die Erinnerung bleibt eine Weile, verblasst wieder.
Monika Meinhart erzählt keine Geschichten. Das überlässt sie unserer Phantasie. Wer hat wem diese Blume gebracht, vor so langer Zeit, wer trägt die Erinnerung an sie so lange im Herzen? Wurde die Liebe erfüllt, blieb die Freundschaft bestehen? In unserer Phantasie können wir alles Mögliche machen, wenn unser Blick auf die Blumen fällt…

Vortrag Reinhard Knodt – PDF
www.reinhard-knodt.de
zur Ausstellung „Ansichtssache“ 
in der Galerie im Treppenhaus, Erlangen, Henkestraße 91
13. Dezember 2007
mit Marvin Entholt, Frank Johannes 
Monika Meinhart, Alexander Schraepler

„Die Fotografin Monika Meinhart zeichnet mit ihren Blumenmotiven ebenfalls Spuren, Spuren von verschiedenen Tageszeiten, von verschiedenen Stimmungen. Die Blüten wirken zart und zerbrechlich, wiegen sich mit dem Wind und sich dennoch fest mit der Erde verwurzelt. Die Bilder sind eingebunden in Holzstelen, in ein natürliches Gefüge, dass sie einengt, stark begrenzt, ihnen aber gleichzeitig Halt gibt. Die Poesie der Mohnblüte, die sie in keiner Phase ihres Daseins verliert, erinnert an die Leidenschaftlichkeit der Markgräfin Wilhelmine.

Manchmal verletzt die Künstlerin, was sie berührt. Mit in Obst und Blumen eingearbeiteten Nägeln macht sie die Verletzlichkeit von Gefühlen, Gewalt und Aggression, macht sie ohne Worte sichtbar, was in stummer Hilflosigkeit unausgesprochen bleibt. Ihre Fotografien sind Verdichtungen einer Empfindung an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Die Landschaft, das Objekt als solches verschwindet und bleibt nur als kleiner Ausschnitt zerbrechlicher und paradoxer Schönheit in der Fotografie zurück.“
Martina Ruppert: Monika Meinhart – Fotografie, in: Irdisches Arkadien

„Die Fürtherin [Monika Meinhart] thematisiert aus persönlicher Erfahrung Vergänglichkeit, die Angst vor dem Tod und die aus der Extremsituation erwachsende Wiederentdeckung der Schönheit des Lebens. Auf altem Fotopapier, das durch die Bearbeitung ein abgegriffenes Aussehen erhält, zeigt sie ausschnittsweise Vergrößerungen von Pflanzen und von tomografischen Innenansichten ihres eigenen Körpers. Für Meinhart sind das Fragmente der Erinnerung. Vergänglichkeit wird hier auf doppelte Weise thematisiert, doch wird sie als natürlicher Prozeß akzeptiert.“
Regina Urban in: Fürther Nachrichten 

Das Papier ist mehrfach gefaltet, zerknickt und eingerissen, gerade so, als habe sich in Großmutters Fototruhe ein lange untentdeckter Schatz gefunden. Bitte vorsichtig anfassen. Wer hinschaut fühlt sich hineingezogen in den seltsamen, stillen Bilderkosomos der Fürther Fotografin, der seit vergangenem Wochende unter dem Titel „Fotografisches Tagebuch in der Galerie Brockovski ausgestellt ist. …

Vergänglichkeit und Material – wesentlicher Bestandteil bei Meinharts Bildern – werden sichtbar im doppelten Sinn: die Sterblichkeit der Calla-Pflanze offenbart das jeden Moment zerbröselnde Foto-Papier. ‚Mit einer Mischung aus Erfahrung und Spontaneität experimentiere ich mit den Fotomaterialien. Die gezeigte Arbeit ist eine Position im stets fortschreitenden Prozeß‘, erläutert Meinhart. Ihre Bilder sind für sie ‚wie ein Tagebuch, ich kann sie durchblättern, und jedes kann eine Geschichte erzählen‘.“
Fürther Nachrichten

Bamberg_Gesicht(er) einer Stadt
120 Fotografien – 60 Menschen – 1 Stadt

„Wird man photographiert, so befindet man sich in einem Zustande der Spannung und diese bekundet sich im Antlitz. Man wartet bis der Moment kommt, wo man geköpft wird. Nun fixiert der Mechanismus des Apparats dieses Gesicht; er kann fürchterlich genau treffen, eine entsetzlich scharfe Wahrheit geben. Aber diese fotografische Wahrheit ist eine vollendete Unwahrheit,
denn das Original hat in diesem Moment eben doch nicht sein wahres Gesicht gehabt.“

(F. Th. Fischer, Das Schöne in der Kunst, 1898)

Schon sehr bald nach der Erfindung der Fotografie (1839) wurde das junge Medium mit Vorliebe für Porträts bekannter Persönlichkeiten eingesetzt. Eine der frühesten Serienfotografischer Bildnisse war die der Politiker der Nationalversammlung von 1848. Zu den Gründen dürfte nicht nur der pragmatische Aspekt der Zeitersparnis gezählt haben – die Zahl der für eine gemalte Porträtserie erforderlichen Sitzungen ließ sich durch die Fotografie auf ein Minimum reduzieren –, sondern vermutlich auch die Faszination der neuen Technik zur präzisen Ab-Bildung, zum vermeintlich getreuen Festhalten eines historischen Moments. Sonja Krebs und Monika Meinhart knüpfen mit ihren Porträts von bekannten BambergerInnen an die Frühzeit der Fotogeschichte an. Hermann Biow verzichtete in seinen Daguerreotypien der Nationalversammlung von 1848 vollkommen auf Hintergründe, Requisiten setzte er äußerst sparsam ein. Das lag zum einen wahrscheinlich an der leichteren Übertragbarkeit in ein anderes Medium, denn die Aufnahmen bildeten die Vorlagen für Lithografien der Politiker, die deutschlandweit verbreitet wurden. Doch hat
dieses Verfahren noch einen anderen, einen ästhetischen Effekt: Die Person selbst gewinnt ein besonderes Gewicht. Die Fotografinnen haben sich absichtlich nicht in den Lebensraum der Abgebildeten begeben, sondern diese in eine neutrale Umgebung gebeten. Von den Lebensumständen, der Arbeitswelt oder persönlichen Beziehungen der Porträtierten gehen so keine unmittelbaren Informationen in das Bild ein. Hierin offenbart sich ein bestimmter Modus der Porträtkunst, ein anderer, als etwa in dem berühmten Bildnis Balthasar Neumanns sichtbar wird, das es dem porträtierten Architekten gestattet, seine Profession und Leistung durch den Grundriß in seiner Hand deutlich vorzuführen. Sonja Krebs und Monika Meinhart erlaubten es den Dargestellten lediglich durch das Angebot, verschiedene Kleidungsstücke mitzubringen, sich eine Hülle zu geben – eine Hülle freilich, die dennoch mit Individualität, Facetten des Auftretens und Selbstdarstellung zu tun hat. Natürlich gehört das Posieren zum Porträt. Daran ist das Arrangement der Fotografinnen ebenso beteiligt wie der Wille der Abzubildenden, sich gemäß der eigenen Wirkungsabsicht verewigen zu lassen. Bei der Sitzung wünscht sich gewiß mancher Porträtierte die Ruhe herbei, die ein gemaltes Bildnis gegenüber einem fotografierten bietet, die größere Zeit, sich selbst wie gewünscht zu konstruieren. Sich auf Aufforderung betont locker zu geben oder gar so, wie man gerne wirken möchte, ist offensichtlich nicht jedermanns Sache. Das Foto wird binnen eines Sekundenbruchteils auf den Bildträger gebannt – und daraus ergibt sich ein eigenartiges Paradox zum Wesen und zur Frühgeschichte des Porträts, das mit Dauerhaftigkeit zu tun hat. Die Ursprünge der Bildniskunst liegen in dem Bemühen, dem vergänglichen Körper Ewigkeit zu verschaffen. Das Porträt entstand in vorgeschichtlicher Zeit im Kontext des Totenkultes, die dauerhafte Erinnerung an den flüchtigen Augenblick physischer Präsenz war sein Ziel. Vielleicht ohne sich dessen bewußt zu sein, ahnt doch jeder, der sich etwa unverhofft als Ziel eines Schnappschusses entdeckt, daß dieser flüchtige Augenblick der Verschlußzeit der Kamera den Zustand des Körpers und seines Ausdruckes für eine Ewigkeit konserviert – eine Art Ewigkeit zumindest: eine uns doch im Innersten ungeheure Zeit, die größer ist als die dem abgebildeten Körper zugemessene. Diese Verewigung des Augenblicks, die mit der Porträtfotografie verbunden ist, schließt „Natürlichkeit“ für den Menschen vor der Kamera von vorneherein aus. Hier ist die soziale Kompetenz der Künstlerinnen gefragt: Die Fotografie ist auch Kommunikation mit den Porträtierten. Die Kunst besteht darin, den geschilderten problematischen Augenblick kreativ fruchtbar zu machen, mit dem Gegenüber so einfühlsam umzugehen, daß es etwas von sich preisgibt, was mehr ist als Pose, mehr als Berechnung oder auch Hilflosigkeit und Beklemmung in dem durch Ewigkeit belasteten Augenblick. Sonja Krebs und Monika Meinhart präsentieren das Gesicht einer Stadt – zusammengesetzt aus 120 Fotografien von 60 Menschen. Alle Porträtierten stehen in Beziehung zu ein und derselben Stadt, zu Bamberg. Die Summe ihrer Fotografien ergibt ein Bild der Stadt. Die Fotografinnen wählten nach dem Kriterium „bekannt“ Frauen und Männer aus, die in der Öffentlichkeit stehen. „Bekannt“ meint hier im Ortsbild präsent, ist also keineswegs nur synonym mit „prominent“, denn die Marktfrau ist es genauso wie der Politiker, die weltliche oder geistliche VIP oder der Kulturschaffende. Kontrastreich und spannend wird die Zusammenstellung durch die verschiedenen Sichtweisen der beiden Fotografinnen.  Im Begleitbuch ergänzen sehr persönliche Aussagen zum Thema „Bamberg“ die Porträts; allen Porträtierten wurden die gleichen Fragen gestellt. Die Antworten sind natürlich ebensowenig dieselben wie die Gesichter.

Dr. Regina Hanemann

Direktorin der Museen der Stadt Bamberg

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